Aachen/Düsseldorf / Die Trianel European Energy Trading GmbH (TEET) blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2004 zurück. Dies hoben Sven Becker und Reinhard Goethe, Geschäftsführer des Unternehmens, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf hervor. Der Umsatz stieg um 59 Prozent auf 694 Millionen Euro (2003: 436 Millionen Euro) und erreichte damit erneut einen Rekordwert; 95 Prozent kommen aus dem Stromgeschäft der Trianel und fünf Prozent aus dem Gasbereich. Ausschlaggebend für die überaus positive Entwicklung waren auf der einen Seite die deutliche Zunahme des Stromabsatzes an Gesellschafter und Drittkunden sowie ein überdurchschnittlicher Zuwachs im Strom-Eigenhandel. Im Gasbereich konnte trotz gestiegener Beschaffungskosten und fehlender Impulse der Gasmarktliberalisierung das Geschäft ausgeweitet werden.
Der Jahresüberschuss lag zwar nach Steuern mit 1,4 Millionen Euro unter dem von Sondereffekten geprägten Vorjahresergebnis (2003: 5,1 Millionen Euro), aber über dem Plan und setzte die stetig positive Geschäftsentwicklung seit 1999 auch in 2004 fort. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die zunehmende Fokussierung der Trianel auf die Ausarbeitung und Umsetzung zukunftsgerichteter Projekte, wie z. B. das Kraftwerksprojekt Hamm-Uentrop. Allein in 2004 wurde rund ein Drittel der Manpower des Unternehmens in derartige Zukunftsprojekte investiert. Die Ausdehnung des Projektgeschäftes stellt eine entscheidende Voraussetzung für den zukünftigen Ausbau der Geschäftsaktivitäten und die Stärkung der kommunalen Plattform dar.
Entwicklung des Stromgeschäftes
Im Geschäftsjahr 2004 hat sich der Stromabsatz ausgesprochen positiv entwickelt. Mit insgesamt 21,2 TWh wurde von der TEET 53 Prozent mehr elektrische Energie geliefert beziehungsweise gehandelt als im Jahr zuvor.
Unter Berücksichtigung des Vertriebsgeschäftes der Beteiligungsgesellschaften ENETKO GmbH und Trianel Energie B.V. stieg der Absatz der Gruppe um 59 Prozent auf 23,3 TWh. Im Einzelnen verteilt sich das Volumen wie folgt: 32 Prozent Lieferungen an Stadtwerke und Weiterverteiler, 10 Prozent Lieferungen an industrielle und Dienstleistungskunden und 57 Prozent Stromhandel.
Der Auftragseingang für physische Lieferungen in 2004, aber auch für Lieferungen bis 2007, übertraf ebenso um 46 Prozent den Vorjahreswert und belief sich auf ca. 11,7 TWh. Davon entfallen 56 Prozent auf Lieferungen für 2005; 29 Prozent auf Lieferungen für 2006 und 7 Prozent auf 2007. Die restlichen 8 Prozent sind unterjährige Lieferungen. Der größte Teil davon geht auf Stadtwerke zurück und ist ein klares Signal, dass auch die kommunalen Versorgungsunternehmen zunehmend auf eine langfristig sichere Risikoverteilung beim Bezug setzen.
Darüber hinaus verzeichnete das Portfoliomanagement der Trianel für Gesellschafter und Dritte im abgelaufenen Jahr eine starke Nachfrage. Gegenüber 2003 stieg die verwaltete und strukturierte Energiemenge von etwa 1,5 TWh auf rund 5,8 TWh an. Im Hinblick auf die Preisentwicklung im vergangenen Jahr, die durch hohe Volatilität gekennzeichnet war, stellen das professionelle Portfoliomanagement und der Zugang zu Großhandelsmärkten inzwischen eine wertvolle Beschaffungsalternative für Stadtwerke und große Industriekunden dar.
Die stetige Ausdehnung der Handelsaktivitäten der Trianel sowohl im deutschen Markt als auch im Benelux- und skandinavischen Raum schlägt sich in der Ausweitung des Eigenhandels der Trianel um rund 65 Prozent auf 13 TWh (2003: 8 TWh) nieder.
Entwicklung des Gasgeschäftes
Das physische Gesamtportfolio für das Jahr 2004 sowie Folgejahre konnte trotz des weiterhin noch nicht vollständig wettbewerblich organisierten Gasmarktes gegenüber dem Vorjahr um 52 Prozent auf 4,1 TWh ausgeweitet werden. Dieser Zuwachs beruht auf dem Abschluss weiterer Lieferverträge mit Weiterverteilern. Stark ausgewirkt auf das Gasgeschäft hat sich die geringere Liquidität im Markt, die zu einer negativen Entwicklung bei den Beschaffungskonditionen führte. So verteuerte sich der Marktpreis an den Großhandelsmärkten in Zeebrugge und Emden/Bunde deutlich – mit der Folge, dass sich der Preisunterschied zwischen Langfristverträgen und dem Großhandelsmarkt um mehr als 3 Euro/MWh verringert hat. Die Realisierung von wirtschaftlich attraktiven Liefergeschäften wurde damit angesichts der Transportkosten und der Risiken aus der Netznutzung zunehmend schwieriger.
Die zur Deckung des Absatzportfolios in 2004 notwendigen Mengen in Höhe von 1,7 TWh wurden überwiegend von ausländischen Produzenten und Handelspartnern importiert. Trianel konnte damit ihre Position auf der Beschaffungsseite weiter ausbauen. Gleichzeitig ergaben sich deutliche Synergie-Effekte durch das bisher im Gasmarkt erworbene Know-how. Dies zeigte sich vor allem in Transport- und Speicherverträgen, die zu günstigeren Konditionen abgeschlossen wurden.
Durch die Weiterentwicklung im Portfoliomanagement Gas, auf das Portfolio über eine internetbasierte Plattform PM-Gas.Net online zugreifen zu können, wurden im abgelaufenen Jahr weitere Kunden für das Gas-Portfoliomanagement gewonnen.
Vertriebsgesellschaften
Die ENETKO GmbH, die TEET-Vertriebstochter für Kunden außerhalb des kommunalen Sektors, setzte im Berichtsjahr 445 GWh Strom an Industriekunden, gewerbliche Bündelkunden und öffentliche Dienstleistungsbereiche ab. Beim Ergebnis stellte sich ein Verlust von 432 Tsd. Euro ein, da gestiegene Netznutzungsentgelte und Kosten aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht im erforderlichen Umfang an die Kunden weitergegeben werden konnten. Das Netznutzungsmanagement Strom verzeichnete wie in den Jahren zuvor in 2004 einen weiteren Zuwachs; 8.600 Lieferstellen bei 700 Verteilnetzbetreibern wickelte Enetko erfolgreich für ihre Gesellschafter, Drittkunden und das Unternehmen selbst ab (2003: 4.500 Lieferstellen).
Die für den Energievertrieb in Benelux zuständige Vertriebstochter Trianel Energie B.V. setzte in 2004 an Endkunden 1,9 TWh Strom ab. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Verdopplung des Absatzes. Mit einem Jahresüberschuss von rd. 137 Tsd. Euro schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr ab.
Trianel Power Projektentwicklung gegründet
Um langfristig Eigenständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Strommarkt zu sichern, hat Trianel im Auftrag der Gesellschafter im Sommer 2004 die Trianel Power Projektentwicklung GmbH & Co. KG gegründet. Aufgabe der Gesellschaft ist es, alle Schritte bis zur Bauentscheidung eines gemeinsamen hocheffizienten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks zu entwickeln und anschließend deren Bau und Betrieb zu realisieren. Alle notwendigen Arbeiten sind mittlerweile weit fortgeschritten, so dass vom Baubeginn im September 2005 und der Fertigstellung im September 2007 ausgegangen wird.
Gesellschafter und Eigenkapital
Nach der 2003 erfolgreich durchgeführten Kampagne zur Gewinnung neuer Gesellschafter erfolgte 2004 eine Konsolidierung. Die Zahl der Gesellschafter beläuft sich auf 23 kommunale Energieversorger aus Deutschland und den Niederlanden.
Das Eigenkapital der TEET erhöhte sich unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses 2004 in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro auf insgesamt 22,4 Millionen Euro.
Ausblick 2005
Der Strom- und Gasabsatz in den ersten Monaten des laufenden Jahres zeigt bereits, dass Trianel auch in 2005 von einer weiteren Umsatzsteigerung und einem positiven Ergebnis, das mindestens auf dem Niveau des Vorjahres liegt, ausgehen kann. Trianel ist im deutschen Energiemarkt gut aufgestellt und hat in 2004 bewiesen, das Geschäft auch unter weniger günstigen Rahmenbedingungen erfolgreich weiterentwickeln zu können.
Weitere Impulse werden von neuen Dienstleistungsangeboten, wie dem Risikomanagement, einer Reihe von Maßnahmen zur Forcierung des Gasgeschäftes und Endkundenvertriebs sowie der Aufnahme der Tätigkeit der Bundesnetzagentur erwartet. Wie bereits in 2004 wird auch in 2005 das Jahresergebnis vom weiteren Zuwachs des Projektgeschäftes geprägt sein.
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Sven Becker, Geschäftsführer
Reinhard Goethe, Geschäftsführer
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