Aachen. Mit 39 Stadtwerken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz startet Trianel das Umsetzungskonzept Smart Metering zur Einführung von intelligenten Zählern. Die 20 Gesellschafter der Trianel und 19 weitere am Projekt beteiligte Unternehmen repräsentieren mehr als 4 Millionen Strom-, Gas- und Wärmezähler. In vier Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen „Technologie“, „Rechtlicher Rahmen“, „Betreiberrollen und Prozess-Effizienz“ sowie „Beschaffung und Produkte“ werden Trianel und die Stadtwerke bis Ende des Jahres gemeinsam hierzu ein Geschäftsmodell entwickeln. Ziel ist es, Stadtwerken jeder Größe zu ermöglichen, kostenneutral ihre Kunden mit elektronischen Haushaltszählern für alle Versorgungsprodukte auszustatten.
„Wenn alle Chancen entlang der Wertschöpfungskette genutzt werden, ist Smart Metering refinanzierbar“, erläutert Tim Karnhof, bei Trianel verantwortlich für das Projekt. Synergien ließen sich unter anderem durch Mengenvorteile beim Einkauf aber auch in der gemeinsamen Datenverarbeitung heben, so Karnhof.
Untersuchungen haben gezeigt, dass sich erst durch Bündelung der Aktivitäten Skaleneffekte erreichen lassen, die wirtschaftliches Smart Metering erlauben. Selbst größere Versorger mit rund 300.000 Zählern sind demnach für einen „Alleingang“ noch zu klein.
Die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes fordert Stadtwerke, sich zukünftig stärker im Bereich Smart Metering zu engagieren. So müssen Stromversorger nach den aktuellen Gesetzesentwürfen zukünftig nicht nur elektronische Zähler installieren, sondern diese auch mit Kommunikationseinrichtungen ausrüsten, um die Zähler fernabfragbar zu machen. Diese Vorschrift besteht bisher nicht.
Projektleiter Karnhof: „Mit unserem Projekt wollen wir zum einen Stadtwerken ermöglichen, kostengünstig die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.“ Zum anderen legt das Trianel Smart Meter Projekt den Grundstein für ein intelligentes Netz (Smart Grid). Denn ohne Smart Metering wird das regelbare Netz nicht realisierbar. „Das Zusammenspiel zwischen Nachfrage und Erzeugung“, so Karnhof, „wird eines der zentralen Themen für die Versorger in den nächsten Jahren sein.“
Die kommunal geprägten Energiedienstleister, die diese Themen gemeinsam, ressourcenschonend erarbeiten, können sich nicht nur als Kompetenzführer positionieren, sondern auch frühzeitig den nächsten Schritt in Richtung Smart Home gehen und Ihren Kunden weitere Produkte anbieten. In absehbarer Zeit wird nach Überzeugung aller Experten ein völlig neuer Markt mit neuen Tarifen und Effizienzprodukten bei Energiedienstleistern entstehen.
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