„Ohne kommunale Energieversorger kann die Gestaltung einer nachhaltigen und innovativen Mobilität nicht gelingen“, so Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH. Das Unternehmen hat jetzt, zehn Jahre nach der ersten Ladesäule, am Erlebnisbad zwei weitere moderne „Strom-Tankstellen“ in Betrieb genommen.
Politisch gewollt, sollen bis 2020 allein in Deutschland 1 Million e-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Wie bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen eine Tankstellen-Infrastruktur angeboten wird, muss auch für e-Mobile eine bedarfs- und marktgerechte Lade-Infrastruktur aufgebaut werden. Mit ihren beiden neuen Ladesäulen bietet das Stadtwerk Haßfurt e-Mobilisten eine neue Anlaufstelle, um in Pausen Strom zu tanken.
Optisch erinnern die beiden Belectric Drive-Ladeboxen eher an Briefkästen als an eine „Tankstelle“. „Diese Ladesäulen sind ein wichtiger Baustein für den Einstieg in das Thema Elektromobilität und ein Beitrag zur Technologie-entwicklung für eine moderne Mobilitäts-Infrastruktur“, so Rudi Eck, Erster Bürgermeister der Stadt Haßfurt.
Die beiden neuen Modelle zeichnen sich durch einen modularen Aufbau aus. Dadurch lassen sich neue Hardwarestandards und Normierungen leicht nachrüsten. „Außerdem sind die Ladeboxen mit allen gängigen e-Fahrzeugen kompatibel und es können alle neuen Steckersysteme integriert werden“, erläutert Markus Espig vom Trianel Netzwerk e-Mobilität, zu dem das Stadtwerk Haßfurt gehört.
Das für weitere Teilnehmer offene Trianel Netzwerk e-Mobilität und die zu ihm gehörenden 55 kommunalen Energieversorger leisten seit der Gründung vor rund einem Jahr praxisorientierte Arbeit, was die Nutzung der e-Mobilität unter Einbeziehung der Erneuerbaren Energien bzw. der Dezentralen Erzeugung angeht.
Das Netzwerk unterstützt seine Projektpartner bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte und Geschäftsmodelle. Über Kooperationen gestaltet es praxistaugliche Produkte und Pakete, zu denen z.B. e-Zweiräder und e-Autos, Ladesäulen sowie Solar-Carports gehören. Das gemeinsame Vorgehen senkt die Kosten für jeden einzelnen Partner und schafft so Marktvorteile, die ein einzelnes Stadtwerk nur mit deutlich höherem Aufwand realisieren kann.
Um an den in Haßfurt eingesetzten Ladesäulen tanken zu können, müssen Nutzer sich nicht autorisieren. Das heißt, jeder Nutzer kann dort diskriminierungsfrei für sein e-Mobil Strom tanken.
„Wir sind sicher“, so Sebastian Sahlender, stellvertretender Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH, „dass wir mit unserer Stromtankstelle einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Elektromobilität auf den Straßen sichtbarer zu machen.“ Markus Espig ergänzt: „E-Mobilität wird einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Städten und Gemeinden leisten. Die Konzepte, die diese Entwicklung stützen, müssen nun umgesetzt werden.“

