70 Vertreter von Stadtwerken und Kommunen aus Baden-Württemberg trafen sich heute unter fachlicher Leitung und Moderation von Professor Karl Noreikat, Gastdozent der Hochschule Esslingen, im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg zum „Tag der e-Mobilität für Stadtwerke und Kommunen“. Hier tauschten die Teilnehmer Erfahrungen rund um das Thema „Elektromobilität“ aus. Denn wenn bis 2020 das Ziel der Bundesregierung erreicht werden soll, dass 1 Millionen e-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, muss noch Einiges passieren. Heute sind 406 e-PKW in Baden-Württemberg zugelassen, der Bestand müsste sich bis 2020 um das 250-fache erhöhen.
„Ein Tag wie dieser dient in erster Linie dazu, Informationen auszutauschen und zu vertiefen“, so Thomas Spinnen, Leiter der Abteilung Geschäftsentwicklung Stadtwerke des in Aachen ansässigen Unternehmens Trianel GmbH, das den Tag der e-Mobilität veranstaltete.
Die 1999 gegründete und in Aachen ansässige Trianel GmbH unterstützt länderübergreifend kommunale und regionale Energieversorger, um ihre Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Energiemarkt zu stärken und ihre Eigenständigkeit zu sichern. Diese Idee hat sich mit heute 100 Gesellschaftern und Partnern als tragfähiges Geschäftsmodell erwiesen. Gemeinsam mit ihren Gesellschaftern repräsentiert das Unternehmen mehr als fünf Millionen Kunden.
„Städte und Gemeinden sowie kommunale Energieversorger und Verkehrsunternehmen spielen eine Schlüsselrolle für nachhaltige und innovative Mobilität. Ohne die kommunalen Strukturen und den örtlichen Bezug kann Elektromobilität in den Städten und auf dem Land nicht attraktiv werden“, betont Manuel Woste, Leiter Elektromobilität bei Trianel.
Erneuerbare Energien als tragende Säule der Mobilität auf Strombasis und Stadtwerke als Partner der Kommunen werden in der Fläche dazu beitragen, dem Thema eine breite, nutzerorientierte Basis zu geben. „Leuchtturmprojekte in den deutschen Metropolen helfen Know-how zu gewinnen, vernetzte Projekte in der Fläche werden aber dazu führen, gerade die vielen innerstädtischen Kurz- und auch die Pendlerverkehre umweltschonender zu gestalten“, ist sich Woste sicher.
Das Netzwerk e-Mobilität und die zu ihm gehörenden 55 kommunalen Energieversorger leisten seit der Gründung vor rund einem Jahr praxisorientierte Arbeit, was die Nutzung der e-Mobilität unter Einbeziehung der Erneuerbaren Energien bzw. der dezentralen Energieerzeugung angeht. „Das Netzwerk unterstützt seine Projektpartner bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Über Kooperationen gestaltet es praxistaugliche Produkte und Pakete zu denen e-Zweiräder und e-Autos, Ladesäulen sowie Solarcarports gehören und beobachtet den Markt. „Das gemeinsame Vorgehen senkt die Kosten für jeden einzelnen Partner und schafft so Marktvorteile, die ein einzelnes Stadtwerk nur mit deutlich höherem Aufwand realisieren könnte“, erläutert Manuel Woste.
Johannes Stingl, Beigeordneter des Gemeindetages Baden-Württemberg und einer der Veranstaltungspartner, ergänzt: „Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Wenn Kommunen und Stadtwerke auf diesem Sektor aktiv werden wollen, können sie von den Erfahrungen Anderer profitieren.“ Schon heute fühlen sich etwa 60 % der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg durch Straßenverkehr belästigt, 12 % davon stark oder äußerst stark. „ Unsere Städte und Gemeinden müssen innovativ sein, um ihren Bürgern ein attraktives Lebensumfeld zu bieten.“
Die VKU-Landesgruppe Baden-Württemberg unterstützt diese Aussage durch die Ergebnisse einer Befragung des VKU: „61 % der Befragten gehen davon aus, dass sich mit Elektromobilität das Image von großen Städten verbessern lässt.“
Vertreter namhafter Organisationen, wie dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU), dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Gemeindetag Baden-Württemberg, dem Bundesverband eMobilität (BEM), der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnik Baden-Württemberg, des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, und von den Stadtwerken Ulm (SWU) und den Stadtwerken Aalen sorgten beim „Tag der e-Mobilität für Stadtwerke und Kommunen“ in Ludwigsburg für ein attraktives Programm.
Rund 70 Vertreter von Stadtwerken, Verwaltungen und von Unternehmen aus Baden-Württemberg waren ins Forum am Schlosspark nach Ludwigsburg gekommen, um neue Entwicklungen im Bereich e-Mobilität kennenzulernen.
Ministerialdirektor Hartmut Bäumer vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg betonte die Bedeutung des Themas für sein Bundesland: „Baden-Württemberg muss seine Position als Leitmarkt und Leitanbieter auch für die Mobilität der Zukunft erhalten.“ Dieses Ziel könne dadurch erreicht werden, dass die Auswirkungen des Systemwechsels zur Elektromobilität analysiert werden, Strategien zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit aufgezeigt und zukünftige Mobilitätslösungen durch eine Symbiose aus den drei Technologiefeldern Fahrzeugtechnologie, Energietechnologie und Informations- und Kommunikationstechnologie sowie durch ein geändertes Mobilitätsverhalten gestaltet werden.
Franz Loogen, Geschäftsführer der e-Mobil BW, wies darauf hin, dass die Bevölkerungsgruppe der heute 20-50jährigen die Entwicklung der Mobilität der kommenden 20 Jahre bestimmten. „Viele junge Menschen setzen auf hohe Mobilität – verzichten aber auf eigene Autos“, so Loogen.
Wie sehr Elektromobilität die Ausgestaltung der Energieerzeugung sowie deren Verteilung und Nutzung beeinflussen kann, erläuterte Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energien. Er stellte die Thesen in den Raum, dass flächendeckende „Stromtankstellen“ nicht rentabel seien. Denn die meisten Wege, die anfielen, seien Kurzstrecken. Er hielt intelligente Stromzähler im Fahrzeug für sinnvoll. Sie ermöglichen flexibles Laden und vielfältige Geschäftsmodelle. Vor allem sei aber ein diskriminierungsfreier Zugang zur Ladeinfrastruktur zu gewährleisten. So müssten zunächst genormte Stecker und technische Standards zunächst einmal eingeführt werden.
Dr. Günther Ebert vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE machte deutlich, dass sich der Energiebedarf von Elektrofahrzeugen in Grenzen halte und nicht den Rahmen unserer Energieversorgung sprenge. „Langfristig ist mit lokalem Ausbaubedarf bei den Netzen zu rechnen, aber in den nächsten Jahren werden den Kunden Ladevorgänge zu Hause oder beim Arbeitgeber ausreichen, um mobil zu sein.“ Mittelfristig werde auch zusätzliche Ladeinfrastruktur nötig, um die Kundenakzeptanz der e-Fahrzeuge zu erhöhen und Netzdienstleistungen zu ermöglichen. „Elektrofahrzeuge können in Zukunft einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilisierung unserer Stromnetze leisten.“
Fazit der Veranstaltung war: Kommunen und die ortsansässigen Energiedienstleister brauchen praxisorientierte Lösungen, um den Zukunftsmarkt e-Mobilität mittel- und langfristig für alle Seiten gewinnbringend zu besetzen. Das betonten auch die beiden Stadtwerke-Vertreter Cord Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Aalen und Marc Fuchs, Leiter Marketing und Kommunikation der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. „Im Netzwerk e-Mobilität erarbeiten wir derartige Lösungen praxisorientiert und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten“, so Manuel Woste von Trianel.
Ansprechpartner: Elmar Thyen, Leiter Unternehmenskommunikation
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