Aachen/ „Mit der bisherigen Entwicklung der Trianel European Energy Trading GmbH können wir sehr zufrieden sein. Die Trianel hat sich seit der Gründung in 1999 als ein Unternehmen mit gesundem Wachstum und einem energieorientierten Dienstleistungsangebot für Stadtwerke und Endkunden etabliert“, so Reinhard Goethe, Geschäftsführer des Unternehmens, auf der Bilanzpressekonferenz am 15.06.2004. Auch im fünften Jahr des Bestehens steht das Unternehmen in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld vor neuen Herausforderungen. Die Schaffung eines funktionsfähigen Wettbewerbs im Strom- und Gasmarkt durch die künftige Regulierung ist dabei für den Energiehändler von zentraler Bedeutung.
Eine wesentliche Aufgabe im Stromgeschäft der Trianel ist die weitere individuelle Ausgestaltung des Produktangebots. Die Basis für die aktuell neu angebotenen Produkte, wie Call- und Put-Optionen, Swaps und Collars, ist die Lizenz zur Erbringung von Finanzdienstleistungen. Diese Produkte dienen der Absicherung gegen steigende Preise auf der Einkaufsseite oder sinkenden Preisen auf der Verkaufseite. Auch im Rahmen der strukturierten Beschaffung spielen Finanzprodukte eine wichtige Rolle. Sie machen es möglich, die volle Palette der Beschaffungsoptionen auszunutzen. Gerade im Hinblick auf den Anstieg und die Zunahme der Volatilität der Großhandelspreise im letzten Jahr stellt die strukturierte Beschaffung zur Risikostreuung und Einkaufsoptimierung eine wichtige Alternative dar, auch für kleinere und mittlere Stadtwerke. So verzeichnet die Trianel auch in diesem Jahr eine zunehmende Nachfrage nach dem Portfoliomanagement, zumal ein deutlicher Preisrückgang bei hoher Volatilität auf der Großhandelsebene nicht zu erwarten ist. Aktuell setzt Trianel das Portfoliomanagement für zehn Stadtwerke um. Weitere Angebote im Bereich des Portfoliomanagements sind das Portfoliomanagement light und das Portfoliomanagement für Pools kleinerer Stadtwerke.
Im Gas wurde durch das Engagement an den Handelsplätzen in Zeebrugge und Oude/Bunde sowie die Zulassung am niederländischen Title Transfer Facility (TTF) eine breite Beschaffungsbasis aufgebaut. Der TTF wird aus Sicht der Trianel von wachsender Bedeutung sein, da hier aufgrund der Wettbewerbsöffnung in den Niederlanden zum 01.07.2004 mit einer steigenden Liquidität gerechnet werden kann. Die weitere Entwicklung des Wettbewerbs im deutschen Gasmarkt ist hingegen deutlich schwieriger einzuschätzen und wird wesentlich von der Etablierung eines echten Entry-Exit-Modells abhängen. Trotz der nicht befriedigenden Marktbedingungen geht das Unternehmen neue Wege. So haben Stadtwerke jetzt nicht nur die Möglichkeit, ihren Gasbedarf über das Gas-Portfoliomanagement der Trianel zu optimieren, sondern können sich mit den Möglichkeiten der strukturierten Beschaffung im Rahmen einer Simulation des Portfoliomanagements vertraut machen.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Trianel im laufenden Geschäftsjahr ist die Schaffung und Sicherung von Eigenerzeugungskapazitäten für die Gesellschafter. Langfristig steigende Preise im Großhandelsmarkt und zu erwartenden Veränderungen in der deutschen Kraftwerkslandschaft machen die Sicherung einer preisgünstigen Strombeschaffung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der Stadtwerke unabdingbar. Alternativen sind hierbei der Bau eines eigenen Kraftwerks oder die Beteiligung an einem bereits entwickelten Projekt. Nach dem Trianel umfassende Marktanalysen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen durchgeführt hat, steht die Vorbereitung des Baus eines hoch-effizienten 400 MW GuD-Kraftwerkes im Mittelpunkt der weiteren Aktivitäten. Dazu ist nun kurzfristig die Gründung einer Projektgesellschaft unter Beteiligung von rund einem Dutzend Stadtwerken aus dem Kreis der Gesellschafter der Trianel und Dritter sowie der Trianel selbst vorgesehen. Durch die Kooperation vieler Stadtwerke wird ein derartiges Invest auch für kleinere Unternehmen erst möglich. Derzeit liegt auf der Verhandlung von langfristigen Gaslieferverträgen und der Entwicklung eines attraktiven Standortes das größte Augenmerk, da dies entscheidende Parameter der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerkes sind. Im Fall der Entscheidung für den Neubau soll dieser 2005 beginnen, so dass mit der wirtschaftlichen Inbetriebnahme der Anlage in 2007 gerechnet werden kann.

