Aachen/Berlin. Der Trianel Windpark Borkum West II hat entscheidende Schritte auf dem Weg zur Realisierung gemacht. Das gab der Sprecher der Trianel-Geschäftsführung Sven Becker beim Stadtwerke-Kongress in Berlin bekannt.
Durch den Abschluss zentraler Verträge unter anderem zur Innerparkverkabelung und zu den Gründungsstrukturen der Windräder mit Tripods konnten die Bedingungen für die so genannte Auslösung der Netzanschlusszusage erfüllt werden. Auch zur Lieferung von 40 Turbinen durch den Windradhersteller Areva Multibrid (Bremerhaven) konnte weitgehende Übereinkunft erzielt werden.
Bis zum 30.06.2010 muss sich der Übertragungsnetzbetreiber Transpower Stromüber-tragungs GmbH (TPS) nun erklären, den Windpark ans deutsche Hochspannungsnetz anzuschließen. „Wir haben die Zielgerade vor Augen. Wenn alles glatt läuft, werden wir noch im September zum Baubeschluss kommen“, erläutert Becker die weiteren Planungen.
Dietmar Spohn, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und stellvertretender Sprecher der Gesellschafterversammlung des Windpark-Projekts, hält den Offshore-Windpark für ein Leucht-turmprojekt: „Wir müssen mit dem Umbau der Erzeugungslandschaft hin zu regenerativen Energien jetzt beginnen, um die Klimaschutzziele zu erreichen“, so Spohn, „zugleich darf der Erneuerungsbedarf des fossilen Kraftwerksparks aber nicht aus den Augen verloren werden.“
Spohn sieht die Realisierung des 700 Millionen-Euro-Projekts nun in Reichweite: „Spätestens seit der Bekanntgabe der EU-Förderung im vergangenen Jahr hat Borkum West II Rückenwind. Die letzten Hürden werden wir jetzt auch noch aus dem Weg räumen.“ Die EU Kommission hatte Ende 2009 dem Stadtwerke-Projekt eine Förderung in Höhe von rund 43 Millionen Euro zugesichert, die ersten Fördergelder sind bereits ausgezahlt.
In den nächsten Wochen müssen nun noch Details mit dem Turbinenlieferant Areva Multibrid geklärt werden, zudem wird Trianel die Finanzierungskonditionen mit den Banken verhandeln.
Der Windpark Borkum West II liegt rund 45 Kilometer nördlich der Borkumer Küste in unmittelbarer Nachbarschaft zum ersten deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus. In einer ersten Phase sollen bis 2012 hier 40 Areva Multibrid Windenergieanlagen der 5-Megawatt-Klasse gebaut werden, die mit einer Gesamtleistung von 200 MW rund 200.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen werden. Weitere 40 Anlagen werden in einer zweiten Bauphase realisiert.
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