Krefeld. „Deutschlands bester Kraftwerksstandort im CHEMPARK Krefeld-Uerdingen verdient modernste Kraftwerkstechnik.“ Mit einem klaren Bekenntnis zum Bau des Trianel-Kohlekraftwerks Krefeld hat der Sprecher der Trianel-Geschäftsführung, Sven Becker, am Montag das Trianel Büro in unmittelbarer Nähe des zukünftigen Kraftwerksstandorts eröffnet.
Becker rechnet fest damit, daß der Krefelder Stadtrat im Januar das gemeindliche Einvernehmen für den Kraftwerksbau erteilt. „In den überarbeiteten Antragsunterlagen ist insbesondere dem Wunsch
des Stadtrats Rechnung getragen worden, die Steinkohle über den neu zu errichtenden Anleger des Krefelder Hafens anzuliefern“, so Becker. Vor diesem Hintergrund sieht der Trianel-Chef auch keinerlei Gründe, die Krefelds Stadtrat von einer erneuten Zustimmung zum Kraftwerksprojekt abhalten sollten.
Der Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk Krefeld GmbH, Martin Hector, rechnet nach der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens mit der Auslegung der Antragsunterlagen im kommenden Frühjahr 2010: „Dann gilt es für die Genehmigungsbehörde die Einwendungen zu bewerten, den Erörterungstermin erwarten wir im Sommer.“ Mit einer Genehmigung des Milliardenprojekts rechnet Trianel im 4. Quartal 2010, der Baubeginn soll sich unmittelbar daran anschließen.
Das Kraftwerk wird durch seine hocheffiziente Kesseltechnik einen elektrischen Wirkungsgrad von rund 46% erreichen. Bedingt durch den deutschlandweit nahezu einmaligen Standortvorteil wird die Energie zu über 60%
durch die Kraft-Wärme-Koppelung mit der Dampfversorgung des Chemparks ausgenutzt. Durch den Einsatz modernster Filter- und Rauchgasreinigungstechnik werden alle gesetzlichen Anforderungen nicht nur eingehalten, sondern im normalen Betrieb weit unterschritten. Mittels der geplanten Durchlaufkühlung mit Rheinwasser ergibt sich nicht nur eine Verbesserung des Wirkungsgrades, sondern es kann auch auf einen großen Kühlturm verzichtet werden. Dadurch wird die Beeinflussung der Umgebung durch Schattenbildung der Bauwerke und der Dampffahne minimiert. Durch Einsatz eines kleinen Ventilatorkühlers, der nur bei zu hohen Wassertemperaturen des Rheins zugeschaltet wird, können auch im Hochsommer negative Auswirkungen des zurückgeführten Kühlwassers auf Fauna und Flora vermieden werden.
Das Trianel Kohlekraftwerk in Krefeld wird von mehr als zwei Dutzend Stadtwerken unter der Federführung von Trianel geplant. Seit Sommer 2009 läuft die europaweite Ausschreibung des sogenannten EPC-Vertrages. Ziel der Ausschreibung ist es, einen Generalunternehmer zu finden, der 750 Megawatt Steinkohle-Kraftwerk schlüsselfertig baut. Vier europäische Kraftwerksbauer bewerben sich um das ambitionierte Projekt.
Als führende Stadtwerkekooperation entwickelt und baut Trianel gemeinsam mit Stadtwerken seit 2005 Kraftwerke. In Hamm betreibt Trianel ein 840 Megawatt Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. In Lünen ist zur Zeit ein 750 Megawatt Kohlekraftwerk in Bau. Anfang Dezember hat die EU-Kommission Trianel rund 42 Millionen Euro Fördersumme für den Windpark Borkum West II in der Nordsee zugesagt. Hier sollen im Endausbau 80 Windräder genug Strom für 400.000 Menschen produzieren. Die beteiligten Stadtwerke machen sich durch ihre Beteiligung an den regenerativen und konventionellen Kraftwerksprojekten unabhängig von den vier großen deutschen Energieversorgern, die über mehr als 80 Prozent aller deutschen Kraftwerkskapazitäten verfügen. Durch die Eigenproduktion sichern die beteiligten Stadtwerke ihren Kunden langfristig bezahlbaren und umweltfreundlich produzierten Strom.
Das Trianel-Büro in der Dorfstr. 4 in Krefeld-Uerdingen befindet sich im ehemaligen Pfarrhaus der Kirche St. Matthias. Hier werden ab Januar nicht nur Bürgersprechstunden abgehalten, sondern auch Besprechungen zum Kraftwerksprojekt selbst stattfinden.
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