Wählscheibentelefon neben Smartphone und Tablet

Stadtwerke treiben digitale Transformation voran

Nov 2018

Ein gutes Beispiel für die Auswirkungen der Digitalisierung ist die zunehmende Anzahl der Bildschirme in Leitwarten und Tradingdesks. Händler beobachten heute an bis zu acht Bildschirmen Informationen aus dem Strom-, Gas-, CO2-, Kohle- und Öl-Handel sowie Wetterdaten, allgemeine Wirtschaftsdaten und die Erzeugungsleistung von Kraftwerken. In den großen Kraftwerken kommen noch Sensoren zur Prozesssteuerung hinzu, die erhebliche Datenmengen sammeln. Damit lassen sich risikobasierte und vorausschauende Instandhaltungen vornehmen – predictive maintenance genannt.

Der tägliche Datenaustausch in einem mittelgroßen EVU summiert sich auf bis zu 30.000 Nachrichten, die Datenmenge beträgt bis zu 1,6 Terabyte pro Tag. Die Beispiele zeigen: Die Digitalisierung ist längst bei Stadtwerken und Energieversorgern angekommen.

Diese Datenmengen werden zunehmen, da sich die Anzahl dezentraler Erzeugungsanlagen weiter erhöht. Durch den Einsatz intelligenter Messsysteme stehen künftig auch aktuelle Nachfragedaten zur Verfügung und vervielfachen das Datenvolumen.

Profitabilitätssteigerung von bis zu 30 Prozent

Die Digitalisierung schafft die Optionen, operative Verbesserungen und weitere Effizienzsteigerungen zu generieren. Schätzungen zufolge führen selbst bei konservativer Betrachtung Optimierungen zu einer Profitabilitätssteigerung von 20 bis 30 Prozent. Dieser Zahlenwert setzt sich aus Profitabilitätssteigerungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zusammen. So werden die Digitalisierungsgewinne in der Erzeugung auf 6,6 Prozent, im Handel auf 2,5 Prozent, in der Verteilung auf 4,3 Prozent, in der Verwaltung auf 1,3 Prozent und im Endkundengeschäft auf 8,5 Prozent geschätzt. Bei der Automatisierung und Effizienzsteigerung ihrer Prozesse können Versorger weitere wirtschaftliche Vorteile erzielen, insbesondere dann, wenn nicht jedes EVU eigene IT-Landschaften aufbaut, sondern auf bestehende Lösungen zurückgreift und Kooperationen sucht.

Doch wie sollen die ganzen Prozesse über die Wertschöpfungskette zusammengefasst und überwacht werden? Viele Stadtwerke verfügen nicht über die entsprechenden IT-Strukturen. Hier kommt das Trianel DESK ins Spiel. Von der Beschaffung über die Bilanzkreisbewirtschaftung bis hin zu Marktzugängen und der Absatzprognose werden alle relevanten energiewirtschaftlichen Prozesse und Funktionen auf einer Plattform zur Verfügung gestellt.

Abwicklung des Geschäfts wird deutlich vereinfacht 

Damit unterstützt Trianel die Unternehmen bei der Digitalisierung. Denn über die Hälfte der Stadtwerke sieht die Digitalisierung als Chance und treibt den Transformationsprozess voran. Fast 80 Prozent planen in den nächsten zwei bis drei Jahren, sich intensiv mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Die Optimierung von Geschäftsprozessen, die Anpassung an die Erwartungen der Endkunden an neue digitale Produkte und Smart Metering stehen im Fokus.

Die Digitalisierung bringt die Energiewirtschaft nicht nur durch den technologischen Wandel voran, sondern auch, weil die Digitalisierung neue Mitarbeiter- und Kundenwünsche weckt. Eine neue Kultur hält Einzug, die durch Experimentierfreude, bereichsübergreifende Projektarbeit und neue agilen Arbeitsweisen geprägt ist. Den Ideenreichtum von Versorgern auf geeigneten Plattformen zu bündeln, ermöglicht Skaleneffekte durch ein kreatives Miteinander. Hier bietet Trianel eine Lösung: Das Trianel Digital Lab, das ein offenes Netzwerk für große und kleine Stadtwerke ist, die aktiv die Transformation der Stadtwerke-Landschaft zu einer digitalen und flexiblen Energiewelt vorantreiben wollen.

 

 

Vgl.: Stadtwerke-Studie 2017: Digitalisierung in der Energiewirtschaft – quo vadis?, Ernst & Young und Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Juni 2018
Vgl.: BDEW Strategiepapier: Digitalisierung in der Energiewirtschaft. Bedeutung, Treiber und Handlungsempfehlungen für die IT-Architektur in den Unternehmen, Berlin, 9. Juni 2015, S. 11
Vgl.: Peter Peters, Niko Mohr: Digitalisierung im Energiemarkt: Neue Chancen, neue Herausforderungen.
In: et – Energiewirtschaftliche Tagesfragen 12/2016, S. 9

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