Zurück zur Übersicht aller Artikel
Erfahrung aus über 1000 Betriebsstätten
Energieeffizienz 01.12.2016

Erfahrung aus über 1000 Betriebsstätten

Bastian Kurth bringt kaum etwas aus dem Gleichgewicht: weder der unbekleidete Patient, der sich ihm beim Energieaudit in einer Klinik in den Weg stellt, noch die korrodierten Wärmeleitungen des kommunalen Schwimmbades. Ein ganz wenig aus der Ruhe bringt den 37­Jährigen Ingenieur etwas anderes: gedankenlose Energieverschwendung.

Bastian Kurth ist Energieauditor der Trianel. Im Auftrag von Stadtwerken auditieren Kurth und seine Kollegen aus der Abteilung Energieeffizienz Betriebe, Sparkassen und öffentliche Einrichtungen. Die Einsparpotenziale, die Kurth dabei aufdeckt, sind beeindruckend. „Anfang des Jahres habe ich einen Industriebetrieb auditiert, der 2014 eine Maschine verkauft hatte“, berichtet Kurth aus seinem Arbeitsalltag als Energieauditor. „Bei der Demontage war allerdings vergessen worden, die zugehörige Kühlung abzuschalten.“ Bis zum Audit hatte das Aggregat über 500.000 Kilowattstunden Strom verbraucht – ohne Sinn und Zweck.

Ein weiterer Stromfresser in vielen Betrieben, so Kurth, sei neben der Beleuchtung die Raumlufttechnik. In größeren Betrieben betrage die installierte Leistung schnell 50 Kilowatt. „Oft wird die Leittechnik nicht programmiert, mit dem Ergebnis, dass die Anlagen rund um die Uhr durchlaufen, statt der benötigten 10 Stunden täglich.“ Auch hier seien schnell 10.000 Euro Einsparung möglich.

Erst die Hälfte aller Unternehmen erfüllt gesetzliche Verpflichtung

Deutschlandweit sind seit 2015 rund 50.000 Unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, sich alle vier Jahre im Rahmen des novellierten Energiedienstleistungsgesetzes (EDL­G) auditieren zu lassen. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass jedoch erst rund 50 Prozent der Unternehmen ihrer Auditpflicht nachgekommen sind. Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, ob ein Unternehmen als kleines oder mittelständisches Unternehmen gilt und somit von der Auditpflicht befreit ist. Umso wichtiger ist es aus Kurths Sicht, dass Stadtwerke das Angebot Energieaudit aufbauen, allein oder mit einem Dienstleister: „Jedes Audit, bei dem das Stadtwerk nicht mit von der Partie ist, hat langfristig negative Auswirkungen.“ Denn das Energieaudit eröffne dem Stadtwerk einen einzigartigen Einblick in die Energiebedürfnisse der Betriebe. Trotzdem agierten viele Energieversorger zu zögerlich, anstatt ihre Chance zu ergreifen. Kurth: „Das Risiko, durch einen fremden Auditor Industriekunden zu verlieren oder vertriebliche Chancen zur Kundengewinnung zu verpassen, ist ungleich höher als das Risiko, weniger Energie abzusetzen.“

Energieaudits sind ein hervorragendes Kundengewinnungs­ und ­bindungsinstrument. Unternehmen haben immer seltener Zeit für ein Gespräch mit ihrem Energieversorger vor Ort. Energieeffizienzberatung bietet die Chance, die Bedürfnisse der Kunden kennen zu lernen und gleichzeitig ein attraktives Geschäftsfeld zu  besetzen.

Kundenbindung durch erfolgreiche Auditierung

Energieberatung für B2B-­Kunden ist eine sinnvolle und attraktive Ergänzung bestehender Geschäftsfelder, die dabei hilft, das eigene Energiedienstleistungsportfolio gezielt weiterzuentwickeln. Wer aktiv auf seine Kunden zugeht und mit einer Energieberatung punktet, wird es auch bei anstehenden Vertragsverhandlungen für Strom­ und Gaslieferungen oder Contractinglösungen einfacher haben.

Auch wenn viele Mitarbeiter von Stadtwerken formal alle Bedingungen für die Durchführung erfüllen, ist bei der Auditierung praktische Erfahrung gefragt. Mit knapp 1.000 auditierten Standorten und einem kumulierten Energieverbrauch von mehr als 600 TWh verfügen die Experten der Trianel um Schlagermann und Kurth über umfangreiche Erfahrung. Die Bedenken vieler Stadtwerke in Bezug auf eine Markterschließung sind nach Einschätzung Schlagermanns unbegründet. Trianel biete hierfür maßgeschneiderte Unterstützung von der Akquise bis zur Auditierung. Dies erlaube es, den Markt schnell und ohne eigene Entwicklungskosten zu erschließen. Auf Wunsch können Mitarbeiter durch Training on the Job geschult werden oder die Dienstleistung vollständig durch Trianel übernommen werden. Die Kundenbeziehung liegt dabei immer ausschließlich beim Stadtwerk.

Ihr Ansprechpartner

Bastian L. Kurth

Energieauditor