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Kreditrisiko systematisch minimieren
Risikomanagement 01.06.2018

Kreditrisiko systematisch minimieren

Der Insolvenzfall der Innowatio GmbH1 Ende 2017 belegt einmal mehr die Bedeutung eines Risikomanagementsystems für Energieversorger. Besonders in Zeiten eines zunehmenden Preiswettbewerbs im Energievertrieb und steigenden Energiebeschaffungspreisen ist die Einführung eines solchen Systems wichtig. Dabei verschlechtern sich für kommunale Unternehmen die Rahmenbedingungen laut der ZfK weiter. Der Beitrag „Finanzielle Lage in vielen Stadt-Konzernen besorgniserregend“2 beruht auf einer Studie der KPMG. In vielen deutschen Städten sei unsicher, ob Stadtwerke im Krisenfall unterstützt werden können. Der Grund hierfür sei die angespannte finanzielle Situation der Kommunen.

Schnell in den roten Zahlen

Das Kreditrisiko entsteht, wenn Vertragspartner im Energiebeschaffungs- oder Energieabsatzgeschäft ihren Liefer- oder Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können und sich die Marktpreise jeweils nachteilig entwickeln. Man spricht in Abhängigkeit von der eigenen Rolle als Lieferant oder Belieferter auch vom Wiederbeschaffungs-, Wiederabsatz- und Forderungsausfallrisiko. Das Beispiel „Innowatio“ zeigt, wie schnell Energieversorger durch den Ausfall eines Lieferanten in die roten Zahlen rutschen können. Folgende fiktive Rechnung zeigt die Dimensionen: Müssen durch den Ausfall des Lieferanten notgedrungen 10 MW Strom Base Cal 2018 für 36,55 €/MWh statt wie geplant für 24,25 €/MWh eingekauft werden, kann sich in Summe ein Fehlbetrag von mehr als 1 Mio. € ergeben.

Nicht nur durch das Kreditrisiko selbst, auch in Kombination mit anderen, teilweise defizitären Sparten wie z.B. dem Nahverkehr, kann zusätzlich zum Ergebnis- auch ein Liquiditätsrisiko drohen.

Unternehmerische Risiken reduzieren

Das Kredit-Risikomanagement hilft unternehmerische Risiken für Energiebeschaffung und Energievertrieb zu reduzieren. Es ist Teil eines umfassenden Risikomanagements, das in drei Bausteine gegliedert werden kann:

  1. Risikokultur: Der offene Umgang mit Risiken sowie das Vorleben durch die Führungskräfte in sämtlichen Prozessen und Entscheidungen
  2. Organisation: Vollständig dokumentierte, für alle Mitarbeiter verbindliche Richtlinien und klare Verantwortlichkeiten
  3. Operative Umsetzung: Regelmäßige Bonitätsbewertungen, Kreditrisiko-Exposure-Berechnung, Diversifikation von Geschäftspartnern und ein adäquates Berichtswesen als wichtige Elemente der Risikoüberwachung und -steuerung. Fortlaufende Überprüfung und Optimierung der Effektivität und Effizienz.

Sicherheit durch einen erfahrenen Partner

Die Einführung eines Risikomanagementsystems ist für viele Unternehmen verpflichtend und wird auch von Wirtschaftsprüfern als notwendig angesehen. Zahlreiche Leitlinien und Normen wie die ISO/DIN 31000 und das COSO-Modell3 können bei der Umsetzung Orientierung geben. Ebenso wichtig ist eine tiefgreifende Branchenkenntnis. Trianel besitzt neben dieser Branchenkenntnis Erfahrungen aus der eigenen Umsetzung sowie aus der Zusammenarbeit mit über 30 Stadtwerken. Davon profitieren Trianel Kunden bei der Einführung eines neuen Risikomanagementsystems oder der Optimierung bestehender Richtlinien.

Leitfaden Risikomanagement kostenlos herunterladen: Bausteine des Risikomanagements

Ihr Ansprechpartner

Jan Drößler, Abteilungsleiter Risikomanagement Dienstleistungen Trianel GmbH

Jan Drößler

berät seit zehn Jahren Stadtwerke im Risikomanagement in den Bereichen Enterprise Risk Management, Erzeugungsvermarktung, Energiehandel und -beschaffung sowie Energievertrieb und leitet die Abteilung „Risikomanagement Dienstleistungen“ bei Trianel. Als Experten auf ihrem Gebiet weisen er und sein Abteilungsteam umfangreiche Erfahrungswerte bei Aufbau, Implementierung und Anpassung von Risikomanagement-Konzepten bei Stadtwerken in Deutschland und der Schweiz auf.

Trianel Webmagazin

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