FlexIndex steigt auf höchsten Stand seit Februar 2023
Trianel FlexIndex: Stärkstes drittes Quartal seit 2022
15. Oktober 2026, Aachen. Der Trianel FlexIndex hat seinen Aufwärtstrend im dritten Quartal 2026 fortgesetzt und erreicht zum Quartalsende mit rund 569 Punkten den höchsten Stand seit Februar 2023. Gegenüber Ende Juni steigt der Index um rund 97 Punkte beziehungsweise gut 20 Prozent. Damit verzeichnet der FlexIndex den stärksten Zuwachs in einem dritten Quartal seit 2022. Anders als im zweiten Quartal, in dem einzelne Extrempreissituationen für deutliche Ausschläge sorgten, verteilt sich der Anstieg diesmal breit über alle drei Monate. Wiederkehrend große Preisunterschiede trafen dabei auf ein steigendes Strompreisniveau.
Im Juli legt der FlexIndex um rund 30 Punkte beziehungsweise 6,4 Prozent zu. Im August folgen weitere 35 Punkte beziehungsweise 6,9 Prozent, im September nochmals gut 31 Punkte beziehungsweise 5,8 Prozent. Der Durchschnittswert des dritten Quartals liegt bei rund 522 Punkten.
Aufwärtsbewegung über das gesamte Quartal hinweg
Besonders ausgeprägt ist der Aufwärtstrend zwischen Mitte Juli und Mitte August. Vom 17. Juli bis zum 16. August verzeichnet der Index 30 aufeinanderfolgende positive Tagesveränderungen und gewinnt in diesem Zeitraum rund 53 Punkte. Damit entfällt mehr als die Hälfte des gesamten Quartalsanstiegs auf diese vier Wochen. Es handelt sich zugleich um die längste ununterbrochene Aufwärtsserie seit 2022.
Gleichzeitig zeigt die Tagesanalyse, dass kein einzelnes Extremereignis für den hohen Quartalszuwachs verantwortlich ist. Der stärkste Tagesanstieg des Quartals beträgt rund 3,6 Punkte und damit weniger als vier Prozent des gesamten Zuwachses. Prägend ist vielmehr die über Wochen anhaltende Bewegung.
Steigendes Preisniveau trifft auf breite Preisspannen
Neben wiederkehrend großen Preisunterschieden im Tagesverlauf prägte ein gestiegenes Börsenstrompreisniveau das dritte Quartal. Der durchschnittliche Day-Ahead-Preis lag mit rund 126 Euro/MWh knapp ein Drittel über dem Durchschnitt des zweiten Quartals von rund 95 Euro/MWh. Auch innerhalb des Quartals war der Anstieg deutlich: von durchschnittlich rund 105 Euro/MWh im Juli über 127 Euro/MWh im August auf rund 145 Euro/MWh im September.
Ein höheres Strompreisniveau führt nicht automatisch zu größeren Preisunterschieden, aber es kann die absolute Höhe der Spreads verstärken. Im dritten Quartal traf die Kombination aus hohem Preisniveau auf regelmäßige Preisunterschiede im Tagesverlauf. Hohe Photovoltaikeinspeisung drückte die Preise insbesondere in den Mittagsstunden teilweise bis in den negativen Bereich, während für Abendstunden mit geringerer erneuerbarer Erzeugung und hoher Residuallast oft deutlich höhere Preise aufgerufen wurden.
Besonders anschaulich zeigt sich dieses Spannungsfeld im September. Am 8. September lag der Day-Ahead-Preis am frühen Nachmittag nahezu bei null, während für die Abendstunden Preise von mehr als 270 Euro/MWh aufgerufen wurden. Am selben Tag verzeichnete der FlexIndex mit rund 3,6 Punkten seinen stärksten Tagesanstieg des Quartals. Noch ausgeprägter war die Situation für den Abend des 14. September: Bei prognostiziert sehr geringer Windstromerzeugung und hoher Residuallast erreichte der Day-Ahead-Preis für die Viertelstunde von 19:45 bis 20:00 Uhr rund 740 Euro/MWh. Am selben Tag stieg der FlexIndex um rund 2,5 Punkte beziehungsweise 0,45 Prozent auf rund 558 Punkte.
Dr. Christian Schmitz, Abteilungsleiter 24/7 Desk bei Trianel, erklärt: „Im dritten Quartal haben wir regelmäßig große Preisunterschiede innerhalb eines Tages gesehen. Hohe Einspeisung aus erneuerbaren Energien sorgte tagsüber häufig für niedrigere Preise, während mit sinkender Solareinspeisung und steigender Residuallast die Preise in den Abendstunden deutlich anzogen. Das insgesamt höhere Preisniveau hat diese absoluten Preisdifferenzen zusätzlich verstärkt. Die wiederkehrenden Preisunterschiede eröffnen im Kurzfristhandel zusätzliche Möglichkeiten zur kurzfristigen Optimierung von Positionen.“
Ähnliche Konstellationen zeigten sich bereits im Juli und August. Der Anstieg im dritten Quartal lässt sich daher nicht vorwiegend auf einzelne außergewöhnliche Handelstage zurückführen. Vielmehr traten große Preisunterschiede über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt auf.
Deutlich über den Höchstständen der vergangenen drei Sommerquartale
Mit rund 569 Punkten liegt der FlexIndex zum Quartalsende auch deutlich über den jeweiligen Höchstständen der dritten Quartale 2023, 2024 und 2025. Diese lagen bei rund 505, 463 beziehungsweise 485 Punkten. Seit Ende 2025 hat der Index damit um knapp 50 Prozent zugelegt.
Das historische Allzeithoch bleibt jedoch weiterhin entfernt: Anfang Oktober 2022 hatte der FlexIndex zeitweise mehr als 760 Punkte erreicht. Der aktuelle Stand markiert das höchste Niveau seit mehr als dreieinhalb Jahren.
Bastian Wurm, Bereichsleiter Dezentrale Energiesysteme bei Trianel, betont: „Der Indexstand ist bemerkenswert, da er dieses Mal aus einer breiten Bewegung über das gesamte Quartal entsteht. Flexibilität war nicht nur in einzelnen Extremsituationen relevant, sondern immer dann, wenn Erzeugung und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen. Flexible Speicher, Verbraucher und Erzeuger tragen dazu bei, diese Unterschiede im System auszugleichen.
VolumenIndex erreicht neues Allzeithoch
Auch der Trianel VolumenIndex entwickelt sich im dritten Quartal positiv. Er steigt von rund 214 Punkten Ende Juni auf rund 220 Punkte zum 30. September, ein Plus von rund 2,7 Prozent. Am 25. September erreicht der VolumenIndex mit 220,6 Punkten seinen höchsten Stand seit Beginn der Berechnung 2017.
Ihre Ansprechpartner

Simon Preißinger
Senior Referent Projektmanagement

Über den Trianel FlexIndex
Trianel hat den FlexIndex entwickelt, um die Marktentwicklung von Flexibilität kontinuierlich zu bewerten und Marktimpulse für die Entwicklung von neuen Flexibilitätsoptionen zu analysieren. Der Trianel FlexIndex wird quartalsweise erhoben und setzt sich aus insgesamt 6 Teil-Indikatoren zusammen. Die einzelnen Indikatoren bilden jeweils die Preisdifferenzen an den Spot- und Intraday-Märkten ab und werden im Trianel FlexIndex zusammengeführt. Als Datengrundlage dienen Daten der EPEX, Daten aus der Kurzfristvermarktung sowie hauseigene Daten. Darüber hinaus setzt Trianel eigene Algorithmen ein, um die täglichen Daten zusammenzuführen und zu analysieren. Ziel ist es, die zunehmende Wertigkeit von Flexibilität marktnah zu visualisieren und gleichzeitig die Notwendigkeit von Flexibilität über die aktuell gehandelten Volumina an den Märkten zu spiegeln. Der FlexIndex mittelt Spreads, um kurzfristige und saisonale Schwankungen auszugleichen und langfristige Trends erkennbar werden zu lassen.
Im Rahmen des Trianel Netzwerks FlexStore begleitet Trianel Energieversorger bei der Geschäftsfeldentwicklung Flexibilität, Wasserstoff, Batteriespeicher und Demand Side Management. Mit ihrem virtuellen Kraftwerk bietet Trianel auch Dienstleistungen zur Vermarktung von Flexibilität von Biogasanlagen, KWK-Anlagen und industrieller Flexibilität. Mit eigenen Prognosen und Marktmodellen bietet Trianel Handelsunterstützung, Marktzugang sowie die wirtschaftliche Bewertung von Batteriespeicher-Projekten und Demand Side Management an.
Der FlexIndex wird quartalsweise veröffentlicht.
FlexIndex-Berichte geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.
