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18.05.2026

Trianel-Befragung: Freiwillige Berichte, Bankenanfragen und strategische Nachhaltigkeitsziele halten ESG-Management für Stadtwerke auf der Agenda

Stadtwerke halten auch ohne CSRD-Pflicht an Nachhaltigkeit fest

Aachen. Die Vereinfachung der europäischen Nachhaltigkeitsberichtspflichten führt bei Stadtwerken nicht zu einem Ende des Nachhaltigkeitsmanagements. Das zeigt das aktuelle Update der Trianel-Stadtwerke-Befragung zum Status quo im Bereich ESG. Obwohl 74 Prozent der befragten Stadtwerke nach dem Omnibus-Verfahren nicht mehr CSRD-berichtspflichtig sind, bleibt Nachhaltigkeit für viele kommunale Energieversorger ein relevantes Zukunfts- und Transformationsthema. Viele Stadtwerke setzen ihre Aktivitäten fort, planen freiwillige Berichte nach dem VSME-Standard oder arbeiten an Nachhaltigkeitsstrategien, Klimabilanzen und Transitionsplänen.

 

„Die Ergebnisse zeigen, dass Nachhaltigkeit bei Stadtwerken nicht allein durch Berichtspflichten getrieben wird. Viele Unternehmen nutzen die bereits aufgebauten Strukturen weiter, um Transparenz gegenüber Kapitalgebern, Kommunen und Öffentlichkeit zu schaffen und ihre Nachhaltigkeitsziele stärker mit der Unternehmensstrategie zu verzahnen“, erklärt Jana Köhler, Senior Trendscout bei Trianel.

 

Seit 2024 erhebt Trianel jährlich den Status quo im Themenfeld ESG unter deutschen Energieversorgern. An der diesjährigen Online-Befragung nahmen 50 Expertinnen und Experten aus 33 Stadtwerken teil. Nur noch 26 Prozent der befragten Stadtwerke sind nach aktuellem Stand CSRD-berichtspflichtig. Bei den nicht mehr berichtspflichtigen Unternehmen rückt der freiwillige VSME-Bericht in den Fokus: 42 Prozent planen einen VSME-Bericht für das Jahr 2025, weitere 11 Prozent planen für das Jahr einen VSME-Probebericht zunächst jedoch ohne Veröffentlichung.

 

Auch jenseits der formalen Berichtspflicht bleibt Nachhaltigkeitsmanagement relevant. Rund zwei Drittel der nicht mehr CSRD-pflichtigen Stadtwerke messen dem Thema weiterhin eine hohe Priorität, strategische Bedeutung oder eine themenbezogene Relevanz in den Bereichen Ressourceneffizienz, Compliance oder Risikomanagement bei. Ein wesentlicher Treiber bleibt zudem der Finanzmarkt. So erhielten 39 Prozent der befragten Stadtwerke bereits Bankenanfragen zu CSRD- oder VSME-Berichten. Darüber hinaus wurden bei etwa jedem fünften Stadtwerk weitere Nachhaltigkeitskennzahlen oder Angaben zur EU-Taxonomie abgefragt.

 

„Das Omnibus-Paket wirkt entlastend, macht die Nachhaltigkeitsinformationen aber nicht überflüssig. Stadtwerke stehen weiterhin vor der Aufgabe, Dekarbonisierung, Wärmewende, Investitionen in Netze und erneuerbare Energien sowie soziale und regulatorische Anforderungen in eine tragfähige Nachhaltigkeitsstrategie zu übersetzen“, erklärt Dr. Sarah Schiffer, Senior Projektmanagerin im Trianel Digital Lab.

 

Die Befragung zeigt zugleich, dass viele Stadtwerke Nachhaltigkeit schrittweise strategisch verankern. Aktuell verfügen zwar erst 6 Prozent der befragten Unternehmen über eine vollständig ausformulierte Nachhaltigkeitsstrategie, jedoch zeigt der Blick auf ESG-Teilstrategien und laufende Strategieprozesse ein differenzierteres Bild: 45 Prozent der Stadtwerke haben bereits Teilstrategien entwickelt, weitere 30 Prozent arbeiten derzeit an einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Die wichtigsten Schwerpunkte liegen dabei nah am Kerngeschäft kommunaler Energieversorger: Dekarbonisierung und Klimaneutralität, Wärmewende, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie Netzausbau und -modernisierung wurden von den Befragten am häufigsten genannt.

 

Deutliche Fortschritte zeigen sich zudem bei der Klimabilanzierung. Nachdem in der Befragung 2025 noch 62 Prozent der Stadtwerke eine Klimabilanz erstellt hatten, liegt der Anteil heute bei 79 Prozent. Zudem erfasst mittlerweile die Mehrheit auch Scope-3-Emissionen: 55 Prozent der Stadtwerke verfügen über eine Klimabilanz für Scope 1 bis 3, weitere 24 Prozent für Scope 1 und 2. Damit nehmen Verbreitung und Tiefe der Klimabilanzierung weiter zu.

 

„Für Stadtwerke kommt es jetzt darauf an, Nachhaltigkeit pragmatisch und strategisch weiterzuentwickeln. Freiwillige Berichte, belastbare Klimadaten und klare Zielsetzungen können dabei helfen, die eigene Ausrichtung zu schärfen und Anforderungen von Banken, Kommunen und weiteren Stakeholdern effizient zu erfüllen“, fasst Jana Köhler die Erkenntnisse aus der Befragung zusammen.

 

Die gesamte Studie ist für die Teilnehmenden der Umfrage sowie Mitglieder der Netzwerke Digital Lab und Trianel Connect verfügbar.

 

 

Weitere Informationen unter: www.trianel.com 

 

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Ansprechpartner:

 

Ingela Marré, Pressesprecherin

Fon +49 241 41320-543 | Mobil +49 160 899 47 19 | Mail i.marre@trianel.com

 

Thorben Braß, Referent Unternehmenskommunikation

Fon +49 241 41320-245 | Mobil + 49 160 933 959 83| Mail t.brass@trianel.com

 

 

Über Trianel

Die Stadtwerke-Kooperation Trianel begleitet seit der Gründung im Jahr 1999 Stadtwerke auf ihrem Weg der Transformation mit dem Ziel, ihre Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Energiemarkt zu stärken. Heute bündeln über 100 kommunale Gesellschafter und Partner ihre Interessen bei Trianel - in der Projektentwicklung erneuerbarer Energien, im Energiehandel und in der Energiebeschaffung sowie in der Entwicklung von Flexibilitätsoptionen. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen bei der Optimierung von Geschäftsprozessen entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette.

Diese Pressemeldung gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.

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