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Digitalisierung , Kundenbindung , Fachwissen , Umwelt- und Klimaschutz , Trendscouting 14.11.2022

Metaversum Energiesparen

Als Reaktion auf die hohen Strom- und Gaspreise hat Trianel gemeinsam mit Stadtwerken das „Metaversum Energiesparen“ entwickelt. Im Interview sprechen wir mit Herrn Michael Teigeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg Energie, sowie Paul Jüngst vom Trendscouting und Dr. Philipp Stephan vom Digital Lab, beide Trianel, über die Idee und die Realisierung des Projekts.

Worum geht es beim „Metaversum Energiesparen“?

Teigeler: Mit dem Metaversum Energiesparen können wir unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema Energiesparen zu beschäftigen. „Damit’s für alle reicht“ ist das Motto unserer Energiesparkampagne. Hierbei möchten wir Bürgerinnen und Bürgern näherbringen, dass wir mit einem gemeinsamen Beitrag nicht nur den Energieverbrauch senken, sondern auch den Geldbeutel und die Umwelt schonen können. Da das Thema Energiesparen oft mit Sorge und Verzicht verknüpft wird, haben wir nach Lösungen gesucht, die Menschen spielerisch zu informieren und deren Interesse zu wecken. Das Metaversum bietet hierzu eine gute Möglichkeit.

Jüngst: Das war dann auch das, was nach den ersten Gesprächen mit Stadtwerken unsere Produktvision geworden ist: „Eine begeisternde 3D-Umgebung, die Verbraucher davon überzeugt und dazu befähigt, Energie zu sparen.“

Wie ist diese Idee entstanden?

Teigeler: Als Stadtwerk stehen wir und unsere Kundinnen und Kunden in diesem Winter durch die gestiegenen Energiepreise vor großen Herausforderungen. Die Höhe der Energiepreise können wir nicht beeinflussen. Gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden haben wir aber die Möglichkeit, den Verbrauch zu reduzieren. Je weniger wir zu diesen Preisen beschaffen müssen, desto besser.

Jüngst: Der Impuls kam von Herrn Teigeler, der auf uns im Trendscouting zugekommen ist und nach innovativen Lösungen suchte, um den Kundinnen und Kunden das Thema Energiesparen näher zu bringen. Einige Energiespartipps hatten wir bereits entwickelt. In einer gemeinsamen Diskussion mit den Kollegen des Trianel Digital Lab ist dann die Idee entstanden, diese Erkenntnisse in ein Metaversum zu bringen.

Stephan: Wir hatten uns bereits im Frühjahr im Digital Lab mit Metaversen beschäftigt und nicht zuletzt auf einem Labortag im Juni Anwendungsfälle dafür entwickelt. Auch wenn wir zunächst andere Anwendungsfälle im Auge hatten, kam die Idee einer 3D-Welt zum Energiesparen natürlich wie gerufen um zu zeigen, wie man das Hype-Thema „Metaverse“ in der Praxis für sinnvolle Lösungen verwenden kann. Wir haben dann in zwei Tagen einen – rückblickend betrachtet ziemlich einfachen – Prototypen gebaut, um die Idee präsentieren zu können.

Teigeler: Das ist dann auch sehr kurzfristig im Lenkungsausschuss des  Trianel Trendscoutings geschehen. Der ein oder andere war zwar skeptisch, es haben sich aber dann einige gefunden, die von der Idee überzeugt waren, so dass wir Herrn Jüngst und Herrn Dr. Stephan gebeten haben, das Projekt umzusetzen.

Wie seid ihr bei der Umsetzung des Projekts vorgegangen?

Stephan: Aufgrund des sehr knappen Zeitplans – der Herbst wartete schließlich nicht – haben wir die Arbeit parallelisiert. Im Digital Lab haben wir zunächst Anbieter gesucht und Angebote eingeholt und sind dann daran gegangen, die Realisierung zu planen. Insbesondere mussten wir frühzeitig klären, was technisch, zeitlich und finanziell umsetzbar ist und welche Informationen man zu welchem Zeitpunkt brauchte.

Jüngst: Seitens des Trendscoutings haben wir uns um das Konzept gekümmert, d. h. wie viele Kundentypen möchten wir abbilden? Welche Wohnungsarten brauchen wir? Daneben mussten die Energiespartipps strukturiert und aufbereitet werden und den jeweiligen Wohnungen zugeordnet werden.

Teigeler: Wir haben – wie mehrere andere Stadtwerke auch – Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter in eine Expertengruppe gesendet, denen der aktuelle Arbeitsstand alle zwei Wochen in Scrum Reviews gezeigt wurde und die dort direkt Verbesserungsvorschläge einsammeln konnten.

Stephan: Das war in der Tat sehr hilfreich, weil wir durch das frühe Feedback sehr zielgerichtet arbeiten konnten und auch unterschiedliche Vorstellungen zwischen den einzelnen Stadtwerken sehr früh auf den Tisch kamen.

Wie ist das erste Feedback in diesem Rahmen ausgefallen?

Stephan: Wie erwartet – überraschend. Und zugegeben: Manches mussten wir auch zweimal hören, um zu verstehen, welche Punkte besonders wichtig für die Stadtwerke sind. Denn natürlich mussten wir bei Teilnehmern aus unterschiedlichsten Stadtwerken auch Kompromisse machen. Aber genau an der Stelle haben sich die zweiwöchentlichen Reviews wirklich ausgezahlt.

Jüngst: Insgesamt war das Feedback sehr positiv. Die Anwendung wurde als einfach und selbsterklärend wahrgenommen, das Konzept mit vier Wohnungen und den jeweiligen Kundentypen ist nahezu unverändert gegenüber den ersten Vorschlägen geblieben. Wir sind sehr früh in das Detail-Layout der Energiespartipps und in die optischen Ausgestaltungen der Wohnungen gegangen. Und das ist schon ein gutes Zeichen.

Wie waren die Reaktionen auf Stadtwerksseite? Was haben Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichtet?

Teigeler: Die frühzeitige Einbindung hilft natürlich, die Lösung mitzugestalten und wichtige Dinge zu platzieren. Für uns war es entscheidend, dass das Metaversum einfach nutzbar ist und noch ausreichend für uns individualisierbar ist. Wir binden die 3D-Welt beispielsweise in unsere Energiesparkampagne ein. Statt der üblichen Glühbirnen-Icons wird man bei uns das blaue Daumen-Icon sehen, das als Key Visual auch in anderen Medien zu dem Thema zu finden ist. Zudem haben wir in unserer „für dich“-App einen eigenen Bereich zum Energiesparen aufgebaut und das Metaversum integriert.

Jüngst: Wir haben das Metaversum so gestaltet, dass einerseits so viel Individualisierung wie möglich vorgenommen werden kann, andererseits aber die Synergien zwischen den Stadtwerken erhalten bleiben. Konkret heißt das: Alle Stadtwerke sehen die gleiche Umgebung, die gleichen Wohnungen und die gleichen Objekte. Individualisiert wird aber bei den Icons der Energiespartipps, den Farben und den Energiespartipps selbst, die im Stadtwerks-Layout erscheinen. Uneinigkeit herrschte darüber, ob man das Metaversum nur zur Information nutzen oder auch mit vertrieblichen Links ausstatten soll. Wir haben einen Weg gefunden, beides ohne wesentlichen Zusatzaufwand zu ermöglichen.

Was waren Hindernisse bei der Umsetzung des Projekts?

Jüngst: Vor allem der Zeitplan. Wir sind Ende Juni zu Beginn der NRW-Sommerferien gestartet und mussten in der kritischen Phase zum Start mit Abwesenheiten und Urlaubsübergaben umgehen. Anfänglich ist dort auch mal ein Feedback der Stadtwerke nicht sofort weiterverarbeitet worden. Das Verständnis und die Geduld der Stadtwerke, das Feedback notfalls beim nächsten Sprint Review wieder in Erinnerung zu rufen, war aber sehr positiv in der Zusammenarbeit.

Stephan: Technisch gesehen mussten wir aus Zeit- und Budgetgründen manchmal kleinere Kompromisse machen, die hoffentlich nicht negativ auffallen. Auch die Frage, wie realitätsnah die Gestaltung sein kann, mussten wir immer wieder hinterfragen. Dazu zwei Beispiele: Um für ungeübte Nutzerinnen und Nutzer einfach zu bedienen zu sein, ist es wichtig, dass die Räume recht groß sind. Damit wirken die Wohnungen teilweise etwas luxuriöser als in der Realität. Ein weiterer Punkt war, dass die Anbieter häufig die Welt der Zukunft gestalten, so dass die Gestaltung mitunter sehr extravagant aussah. In einem Review ist der Leitsatz geprägt worden „Weniger Boutique-Hotel und mehr Kiefer“. Ich denke, das trifft es ganz gut.

Wie viele Stadtwerke-Kundinnen und -Kunden planen Sie mit dem Metaversum zu erreichen?

Teigeler: Das kann man vorab nur schwer einschätzen. Wir werden das Metaversum in unsere Energiesparkampagne einbetten und auf unserer Homepage verfügbar machen. Die Nutzung ist auch auf Mobilgeräten möglich, so dass wir damit eine breite Zielgruppe erreichen können.

Jüngst: Wir haben vier verschiedene Lebenswirklichkeiten in der Welt abgebildet, mit verschieden alten Einfamilienhäusern und Wohnungen mit unterschiedlichen Bewohnerzahlen. Die Mehrheit der Stadtwerke-Kundinnen und -Kunden sollte sich in der Welt also wiederfinden können.

Wie viele Stadtwerke wollen die Anwendung übernehmen?

Jüngst: Am Pilotprojekt waren zwölf Stadtwerke beteiligt, die ersten gehen jetzt online. Vorbereitet sind wir auf bis zu 30 Stadtwerke.

Bei wem kann ich mich melden, wenn ich die Anwendung testen möchte?

Stephan: Interessentinnen und Interessenten von Stadtwerken melden sich gerne bei uns. Endkundinnen und Endkunden finden die Welt bei den Stadtwerken Heidelberg und weiteren Stadtwerken in der jeweils an das Stadtwerk angepassten Version.

 

Wir danken Herrn Teigeler und den Kollegen für das Interview.

Ihre Ansprechpartner

Paul Jüngst, Leiter Trendscouting der Trianel GmbH

Paul Jüngst

untersucht als Leiter Trendscouting mit seinem Team aktuelle Trends, neue Geschäftsmodelle und zentrale Zukunftstechnologie aus Stadtwerke-Perspektive. Paul Jüngst ist seit 2016 als Trendscout für Stadtwerke aktiv. Bevor er zur Trianel kam, leitete der Diplom Wirtschaftsingenieur acht Jahre lang ein Start-up im Bereich der Energie- und Rohstoffwirtschaft.

Dr. Philipp Stephan, Leiter Digital Lab, Trianel

Dr. Philipp Stephan

implementiert als Leiter des Digital Lab zusammen mit seinem Team digitale Pilotprojekte in Stadtwerken und fördert den Erfahrungsaustausch untereinander. Vor seiner Tätigkeit bei Trianel leitete der promovierte Diplom-Informatiker Digitalisierungs- und Reorganisationsprojekte für RWE und innogy Consulting.

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