Stadtwerke-Energie-Rad elektrisiert

Maßgeschneiderte E-Mobil-Pakete für kommunale Unternehmen entwickelt. Pedelecs als erster Einstieg. Kleines Motorrad bringt es schon auf 100 Sachen. Gute Ideen, Projekte und Roadshows für Stadtwerke

16.11.2010

„Ja, mir san mit'm Radl da!“ Tatsächlich war die Stadtwerke-Kooperation Trianel auf die Münchner E-Mobil-Messe eCarTec (19.-21. Okt.) mit dem Fahrrad im Gepäck angekommen, genauer mit dem "Stadtwerke-Energie-Rad", einem Zweirad mit elektrisch unterstütztem Pedal, einem "Pedelec" eben. Nicht wenige Fachleute meinen, dass solche Fahrräder das E-Mobil-Zeitalter einläuten und schon bald zum mobilen Alltag gehören werden, noch lange bevor eine nennenswerte Zahl Elektroautos unsere Straßen bevölkert. "Dass Pedelecs ein Markt sind, zeigen uns die Verkaufs- und Planzahlen, die uns aus Kreisen der Hersteller genannt wurden. Während man im letzten Jahr noch von ca. 140 000 gesprochen hat, werden 2010 sicher die 200000 überschritten. Erschlagend sind die Zahlen für 2011. Hier erwartet die Branche einen Absatz auf dem deutschen Markt von 600 000 bis 800 000 Stück", berichtet Thomas Spinnen, Leiter neue Technologien bei Trianel, der ZfK. Im "Fahrradparadies" Niederlande sei der Verkauf von "normalen" Rädern im mittleren und hohen Preissegment erstmalig rückläufig (ca. 5 %) und werde durch den Kauf von Pedelecs ersetzt: "Dies wird in der Branche als klares Signal für die Veränderung der Zweiradmobilität gesehen."

Liegt ja fast schon auf der Hand: Mit dem Pedelec zur Bus- oder Bahnhaltestelle und weiter mit dem ÖPNVwäre ein Beispiel. Und damit die Stadtwerke ganz vorn dabei sind, hat Trianel Pakete mit E-Fahrrädern geschnürt. Sie sollen Marketing und Vertrieb der kommunalen Unternehmen in Sachen E-Mobilität unterstützen: "Wir haben innerhalb von 14Tagen schon etwa 300 Räder verkauft", freute sich Thomas Spinnen auf der eCarTec. Nächstes Jahr rechne man mit rd. 1000. "Mit dem allgemein nutzbaren Branding ist das Produkt offen für alle kommunalen Unternehmen", meldet Trianel, unabhängig davon, ob sie im Netzwerk e-Mobilität mitwirken oder nicht.

Ladestrom vom Carport-Dach
Das "Radl" kommt nicht allein daher. So ist schon in Trianels kleinstem Starter-Paket eine Ladesäule enthalten, und im Komplett-Paket 3 gesellt sich zu drei Pedelecs und einer Ladesäule einE-Roller. Beim Premium-Paket fährt neben den "Radln" ein flottes E-Motorrad vor, genauer ein "Leichtkraftrad" für die Führerscheine A, Al, Bund den alten Dreier. Der Nickel-Metall-Hydrid-Akku verschafft dem Flitzer die Kraft für 100 km/h Spitze bei einer Leistung von 27 PS bzw. 20,2 kW.Die Maschine gibt es im Deluxe-Paket zusammen mit Ladesäule und Carport. Letzterer spendet auf 12,5 x 45 m Fläche per Photovoltaik Strom für die Ladesäule.

Das Stadtwerke-Energie-Rad, vom Netzwerk e-Mobilität entwickelt, solle sowohl für den Eigenbedarf der Werke genutzt als auch über den Fachhandel als Koppelprodukt mit einem Ökostromvertrag vermarktet werden, merkt Trianel an. Ein Verleihkonzept sei auch schon entworfen. Die zugehörigen Marketingkonzepte würde man ebenfalls entwickeln. Sie könnten von den Netzwerkpartnern (und anderen Stadtwerken) modular abgerufen und entsprechend der eigenen Strategie genutzt werden.

Durch einen gebündelten Einkauf und Hersteller-Kooperationen kann Trianel den Netzwerk-Partnern mittlerweile Sonderkonditionen für alle e-mobilen Grundkomponenten wie Pedelecs, E-Roller, E-Motorräder und Ladesäulen anbieten. Die Rabatte gelten für die Partner-Stadtwerke ab dem ersten Fahrzeug bzw. ab der ersten Ladesäule.

Mit der Projektstudie "Elektrische Mobilität und kommunale Unternehmen", der "ersten umfassenden und speziell auf kommunale Unternehmen zugeschnittenen Studie zur Elektrornobilität", sowie einer Reihe von Veranstaltungen hat Trianel die unterschiedlichen Facetten der elektrischen Mobilität aufgearbeitet. Dazu gehörten ebenso Workshops zu IT-Systemen wie Seminare zu juristischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Thema stellen. Dabei haben die Fachleute einen Mustervertrag für Dienstleistungskonzessionen entwickelt, den alle Projektpartner nutzen können.

Thema frühzeitig besetzen
Eine von Trianel initiierte und "mittlerweile vielfach bewährte" Roadshow ermöglicht es Stadtwerken, das Thema Elektrornobilität in ihren Heimatstädten frühzeitig aktiv zu besetzen. Trianel: "Aus Energieversorgungssicht sind Stadtwerke wegen ihrer jahrzehntelangen Kundennähe und ihrer Angebote an Strom aus regenerativen Energiequellen, ihrer Netzkenntnisse und wegen ihrer engen Beziehung zu den Kommunen ,prädestinierte Partner' der potentiellen Nutzer der E-Mobilität." Das scheintimmer mehr kommunalen Unternehmen klar zu werden. Die Idee zündet. Thomas Spinnenam 26. ükt. zur ZfK: "Allein in der letzten Woche haben fünf weitere Stadtwerke signalisiert, das StadtwerkeEnergie-Rad zu unterstützen."

 

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Quelle: Erschienen in der November-Ausgabe 2010 der ZfK (Zeitung für kommunale Wirtschaft),
Seite 28. www.zfk.de

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